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P-Seminar: »Journalistisches Schreiben«

Das Interview mit Hansi Küpper am 4. 12. 2012 im SGP


Vom Radiopraktikanten zum Sportkommentator –Hansi Küpper im Interview

Er wurde 2003 mit dem „Deutschen Fernsehpreis“ ausgezeichnet, ist beim Erfolgsprodukt „Pro-Evolution-Soccer“ als Video-Game-Expertenstimme beteiligt und ist regelmäßiger Studiogast bei den Talksendungen von Sport 1 – der Sportkommentator Hansi Küpper.

Dieser Erfolg kommt aber nicht von ungefähr: Zwar war er schon immer fasziniert vom Radio, besonders nach einem Praktikum in diesem Berufsbereich, aber dennoch studierte Hansi Küpper Publizistik, Germanistik und Geschichte.

Neben dem Studium war für ihn „das Praktische ganz wichtig“. Als Beispiel dafür nennt er eine Ausbildung durch ein Moderatorenseminar, in welchem eine Aufgabe lautete, sieben Minuten ohne Pause durchzusprechen.

Natürlich komme es zu sprachlichen Hängern oder einer Anzahl von „Ähms“, „allerdings nur in Grenzen“. Man könne, um solche Fehler zu verhindern, seine Sprache trainieren und sich einer Sprecherausbildung unterziehen.

Bezogen auf das sinnvolle Füllen von Leerläufen bei einem Spiel bemerkt Hansi Küpper, dass es von Vorteil sein kann, wenn man eine Vorbildung beim Radio für eine Karriere beim Fernsehen nutzen kann. „Das Radio ist eine gute Vorschule“, so Küpper. Ein größeres Problem bei dieser vorausgehende Radioausbildung dürfte aber darin bestehen, dass der Kommentator beim Fernsehen sich viel stärker zurückhalten muss, um nicht zu viel zu sprechen, denn die Zuschauer sehen ja selbst das Spiel.

Da stellt sich selbstverständlich die Frage, ob man denn ein Fußballspiel noch aufpeppen könnte. Dies sei durchaus möglich. Auch das Publikum meint häufig, dass der Kommentator ein langweiliges Spiel retten müsse; allerdings kann dies auch in die Hose gehen, wenn man einfache Spielzüge wie einen Pass mit „Dauerplappern“ füllt. Bei einem „schlechten Spiel ist alles gesagt.“

Natürlich komme es sehr häufig oder sogar pausenlos vor, gibt Küpper zu, dass er während eines Fußballspiels zu Hause vor dem Fernseher die dort abgegebenen Kommentare bewertet. Aber dies empfindet er als „völlig normal“.

Beim Kommentieren, so Küpper, sei auch auf Tabus zu achten. Diese bestehen darin, nicht ausfallend zu werden, die Spieler nach ihrer Leistung zu bewerten und sie mit Respekt und Fairplay zu behandeln.

Schließlich gewährt Hansi Küpper noch Einblicke in sein lustigstes Erlebnis und seine größte Blamage: Sein lustigster Moment spielte sich in London ab, als er mit seinem Mitkommentator Wolf Fuss für „Pro-Evolution-Soccer“ Texte aufnahm. Von Fuss sollten an diesem Tag Emotionen aufgenommen werden. Küpper stand allerdings vor der Glasscheibe der Kommentatorenzelle und fing so an zu lachen, dass er Fuss damit ansteckte.

Die größte Blamage erlebte er bei einem Spiel, in dem er aus Hektik die Schiedsrichter, die in Wirklichkeit aus Russland kamen, als Schiedsrichter aus der Sowjetunion bezeichnete. Dies passierte, weil er damals ein Buch über die Sowjetunion las. In einer Zeitung stand am nächsten Tag der Kommentar: „Hansi Küpper hat sich 20 Jahre schlafen gelegt“.

Katrin R.


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