Schyren-Gymnasium Pfaffenhofen
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Projektgruppe LSD - „Let Stuff Die“ - Suchtprävention

Suchtprventionsarbeit am Schyren-Gymnasium - eine echte win-win-Situation

LSDDass Suchtpräventionsarbeit immer wichtiger wird, ist allenthalben bekannt und wird von Medien und Regierungsvertretern gerne und häufig betont. Wie aber eine solche Arbeit an einem Gymnasium konkret aussehen kann, lässt sich am Schyren-Gymnasium seit mehreren Jahren verfolgen. Ohne erhobenen Zeigefinger organisieren Schülerinnen und Schüler des Arbeitskreises LSD - „Let Stuff Die“ - für ihre Schulkameradinnen und -kameraden Projekte und Aktionen, um über die wachsenden Suchtgefahren des Alltags aufzuklären. Dahinter steckt die Idee, dass Jugendliche einen viel direkteren Zugang zu ihren Altersgenossen haben, als ihn Lehrer oder andere Erwachsenen je erreichen könnten. Innerhalb der sogenannten peer-group kommen damit die Informationen besser und authentischer an. Unterstützt werden die Mitglieder des Arbeitskreises dabei von den drei Lehrkräften Sonja Feil, Heike Podchul und Georg Ruß, die sich aber so weit als möglich im Hintergrund halten, und dem Kreisjugendpfleger des Landkreises Pfaffenhofen, Manfred Liesaus, der diese Gruppe seit ihrer Gründung sehr eng mit Rat und Tat unterstützt.

Aktuell setzt sich der Arbeitskreis aus 23 Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 7 mit 12 zusammen, die teilweise schon mehrere Jahre mitarbeiten und durch ihre Erfahrung den jüngeren Mitgliedern zur Seite stehen. Damit die Gruppe weiter existieren kann, ist sie jedes Jahr auf Neuzugänge angewiesen, um die Abiturienten zu ersetzen, die mit ihrem Abschluss auch die Arbeitsgruppe verlassen müssen. Der Suchtpräventionskreis ist aber einem ständigen Wandel unterworfen und muss sich jedes Jahr neu organisieren muss. Dies geschieht gewöhnlich in einem ersten Treffen am Anfang des Schuljahres, bei dem im Plenum Ideen und Vorschläge für mögliche Aktionen gesammelt und auf ihre Umsetzbarkeit geprüft werden. Hat man sich dann auf vier bis fünf interessante Unternehmungen geeinigt, so teilen sich die Schülerinnen und Schüler in verschiedene Teams ein, die die jeweilige Informationsbeschaffung und Planung vorantreiben. In mehreren über das Jahr verteilten Sitzungen des gesamten Arbeitskreises stellen dann die einzelnen Teams ihre Ergebnisse und Planungen vor. Entscheidet man sich letztendlich für die Durchführung, so sind gewöhnlich alle Mitglieder an den Aktionen beteiligt.

Damit aber die Arbeit der Jugendlichen nicht ohne fundiertes Wissen abläuft, übernimmt der Kreisjugendpfleger, Manfred Liesaus, in regelmäßigen Abständen die Schulung der neuen Mitglieder des Arbeitskreises, die dann einen Vormittag lang Methoden und Wege der Suchtprävention erarbeiten und praktisch einüben können. Nicht zuletzt aufgrund dieser wertvollen Ausbildung entstehen immer wieder neue Ideen und Konzepte, die die Schüler dann im Laufe des Jahres umsetzen können.

Inhaltlich wird der Begriff "Suchtprävention" recht weit gefasst und so gab es in der Vergangenheit neben Projekten zu den klassischen Suchtmitteln auch Aktionen mit den Themen "Spielsucht", "Gefahren in der modernen Medienwelt" oder "Essstörungen". Ganz zentral im Fokus des Arbeitskreises steht allerdings die Aufklärung über Alkohol, der als "Volksdroge Nummer 1" selbst für Minderjährige leicht zu beschaffen ist und damit ab einem gewissen Alter unter Jugendlichen unweigerlich ein großes Thema ist. Auch hier ist es Manfred Liesaus, der jedes Jahr vom Arbeitskreis dafür gewonnen werden kann, die Schüler der 8. Klassen über die Gefahren von Alkohol aufzuklären. Anhand von sogenannten Rauschbrillen, die die verminderte Wahrnehmungsfähigkeit unter Alkoholeinfluss simulieren, erleben die Schüler nach dem theoretischen Input nun auch ganz praktisch, welch große Koordinationsprobleme mit Alkoholkonsum einhergehen können. Selbst einfachste Vorgänge, wie das Fangen eines Balls, sind im Rausch beinahe unmöglich. Den Schülern wird da überdeutlich, welche verheerenden Folgen ein solcher Zustand z.B. im Straßenverkehr haben kann.

Als Beispiel für weitere erfolgreiche Aktionen sei hier auf das Theaterstück „Alkohölle“ verwiesen, das bisher zweimal in Zusammenarbeit mit der Georg-Hipp-Realschule nach Pfaffenhofen geholt werden konnte. Federführend war dabei jeweils das Team „Theater“ des Arbeitskreises LSD, das in größtmöglicher Eigenregie den Kontakt zur Schauspielgruppe hergestellt, Terminabsprachen getroffen und die Zuschauer in das Theaterstück eingeführt hat. In ähnlicher Weise wurde im vergangenen Jahr auch der Kabarettauftritt des bekannten Entertainers Eisi Gulp "Hackedicht oder was?" organisiert.

Ein weiteres Team bereitet den abschließenden Projekttag „Diskounfälle“ vor, der als fester Bestandteil der Präventionsarbeit immer am Ende des Schuljahres die Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangstufe über die Gefahren des Alkoholkonsums im Straßenverkehr aufklären soll. In einem ersten Teil durchlaufen alle Klassen mehrere Stationen, an denen u.a. Vertreter der Polizei und der Notfallseelsorge aus ihrer Erfahrung mit Unfällen unter Alkoholeinfluss berichten. Daneben bieten die Mitglieder des Arbeitskreises in einem selbst verfassten Vortrag Informationen zur Verbreitung und Wirkungsweise von Alkohol an. An einer weiteren Station dürfen die Schülerinnen und Schüler dann mit Bobby-Cars und den oben erwähnten Rauschbrillen einen kleinen Hindernisparcour abfahren, um nun auch praktisch die potentiellen Beeinträchtigungen durch Alkoholkonsum zu erleben. In einem zweiten Teil des Vormittags simuliert die Freiwillige Feuerwehr Pfaffenhofen in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz eine Rettungsaktion aus einem verunglückten Auto, das zur Erleichterung der Bergung der Insassen mittels Gerätschaften wie Rettungsscheren aufgebrochen wird – eine Vorführung, die ebenfalls ihre Wirkung auf die zuschauenden Jugendlichen nicht verfehlt. Die gesamte Planung und Organisation wird dabei von den Mitgliedern des Suchtpräventionskreises selbst durchgeführt, die schließlich am Projekttag die Betreuung der Referenten und aller Beteiligter übernehmen.

Aber auch die "LSD"ler profitieren in nicht geringem Maße von ihren Aktionen. Neben fundierten Kenntnissen in der Präventionsarbeit entwickeln die Schülerinnen und Schüler ihre Planungs- und Organisationskompetenzen und nicht zuletzt ihre sozialen und kommunikativen Fähigkeiten in den Sitzungen des Arbeitskreises, aber auch in den vielfältigen Kontakten zu den beteiligten Partnern und Firmen. Mit dem Abitur erhält jedes Mitglied ein individuelles Zertifikat zu den erworbenen Kompetenzen, das sich schon bei so mancher Bewerbung als vorteilhaft herausgestellt hat. Somit ist die Präventionsarbeit am Schyren-Gymnasium für die beteiligten Schülerinnen und Schüler eine echte win-win-Situation!

Weitere Projekte und Aktionen sind in Planung, denn auch wenn die Ergebnisse der Suchtpräventionsarbeit nur schwer messbar sind, so ist doch eines klar: Nur vorausschauend können die auf die Jugendlichen zukommenden Probleme auch vermieden werden. Grund genug, um weiterhin mit dem gleichen hohen Engagement weiterzuarbeiten, das aber ohne geeignete Rahmenbedingungen nicht denkbar wäre. An erster Stelle sei hier der Schulleitung des Schyren-Gymnasiums in Person des Schulleiters Dietmar Boshof und seines Ständigen Stellvertreters Dr. Hans Kern gedankt, die für alle Anliegen des Arbeitskreises immer ein offenes Ohr hat und sowohl den beteiligten Schülern als auch den Lehrkräften jederzeit die nötigen Freiräume ermöglicht. Ebenso wenig realisierbar wären viele Aktionen ohne die großzügigen finanziellen Zuwendungen des Elternbeirats, die man uns unbürokratisch und bereitwillig zuteilwerden lässt. Stellvertretend für die vielen Firmen, Behörden und Organisationen, die uns bei den Projekttagen und Veranstaltungen so freundlich unterstützen, möchten wir uns auch noch ganz herzlich bei Manfred Liesaus für sein enormes Engagement bedanken, das er immer wieder für den Arbeitskreis aufbringt, sodass er einen nicht zu unterschätzenden Anteil daran hat, dass das Konzept der Arbeitsgruppe so gut funktioniert und die Präventionsarbeit am Schyren-Gymnasium seit Jahren einen festen Platz im Schulalltag hat.

Für den Suchtpräventionskreis LSD ("Let Stuff Die") des Schyren-Gymnasiums Pfaffenhofen
Georg Ruß

 

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